Erweiterung Kreismuseum Syke

Wettbewerb 1. Preis 2016

 

Konzept

Das Kernstück des Kreismuseums, der Backsteinbau aus den 70/80-Jahren, von Bauernhaus, Kindermuseum und Wagenremise umstellt, erhält einen weiteren, tradierte Formen und Materialien neu interpretierenden monolithischen Satelliten. Die Balance zwischen Eigenständigkeit und Ensemblewirkung ist Programm.
Gewöhnliches wird genutzt, um Unerwartetes zu schaffen. Schichten, Farbe und Materialität der Hüllfläche spiegeln Geschichte und Ausgrabungssituation. Die Farbe des bunten Ziegels entwickelt sich aus dem Vorhandenen, Holz, Ziegel und Reet.

Städtebau Landschaft Funktion
Selbstbewusst in den Wald gestellt ist das Haus Teil des Ensembles, hat jedoch auch Wirkung bis zur Straße Herrlichkeit und zeigt bereits vom Eingang aus gesehen seine Wirkung.

Die Splitlevelverbindung der zwei Museumsebenen mit dem Multifunktionsraum über das Bindeglied zum Altbau, mit Aufzug schafft eine reizvolle Situation und stellt die behindertengerechte Er-schließung her.

Der zentrale Ausstellungsraum erzeugt eine angemessene introvertierte Atmosphäre für Prolog, Goldhort und Pipeline. Das Oberlicht definiert den Standort des Goldhortes, schafft jedoch gleichzeitig eine angenehme diffuse Ausleuchtung des frei nutzbaren Raumes. Das Multifunktionsgeschoß mit starkem Bezug zu dem südwestlich gelegenen Hachetal und seiner schönen Niederung schiebt sich unter die Ausstellungsflächen und nutzt die topographische Situation.

Das neue Haus bettet sich in Topgraphie und Natur ein. Einfache das Gelände strukturierende Sitzstufen fangen Höhenunterschiede auf und bilden eine südorientierte Eingangsterrasse. Der nördlich des Museums gelegene Wald wird durch Entfernung weniger nicht geschützter Bäume gelichtet und verbessert so die Erkennbarkeit des Hauses.

Gestalt Struktur Technik
Massiver heller, fast weißer sichtbarer Beton für die Tragstruktur und helle Estriche bieten den neutralen Hintergrund für die Präsentation. Die Materialen sind unbehandelt und farblich homogen. Außenhaut von Wand und Dach wird durch eine Ziegel- und Dämmschicht gebildet. Die notwendige Lüftungstechnik wird wie die Elektroinstallation in Decken und Wände integriert und aktiviert die Bauteile thermisch. Das natürliche Licht des Oberlichtes wird je nach Witterungsverhältnissen künstlich unmerklich unterstützt. Die Anordnung der Ebene 2 auf dem unteren Niveau des Bestandsgebäudes ermöglicht die Verbindung der Ebenen/Arbeitsplätze.

Beurteilung durch das Preisgericht

Alleinstellungsmerkmal dieses Entwurfs ist die selbstständige Kubatur des Monoliths, der sich einerseits heraushebt, den Bestand überhöht und es andererseits schafft, sich in das Museumsensemble nicht zuletzt über seine bewusste Materialwahl einzufügen. Der Baukörper überzeugt in seiner Kombination aus gut gewählten Ausblicken und reduziertem Detail.

Er schließt selbstverständlich an den westlichen Teil des bestehenden Ausstellungsbereichs an und berücksichtigt geschickt die Sichtbeziehungen der Ebenen untereinander. Funktional wird die klare Gliederung der Innenräume hervorgehoben, der Cafébereich könnte unterdessen etwas großzügiger gestaltet sein.
Gemäß Teilnehmerangaben liegt der Beitrag innerhalb des geforderten Kostenrahmens. Das Preisgericht würdigt die äußerst kompakte Bauweise und die robuste Materialwahl, welche sich hinsichtlich der Lebenszykluskosten positiv auswirken.

Die Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Personen wird durch einen Aufzug, ein Behinderten-WC und breite Erschließungsflächen sichergestellt. Der laufende Museumsbetrieb wird nicht beeinträchtigt und die Belichtung der Arbeitsplätze an der Nordseite des Bestandsgebäudes ist weiterhin gegeben.


Insgesamt beweist der Beitrag Charakter und Haltung. Der Entwurf wird als markanter, eigenständiger Beitrag gewertet, der durch seine kompakte, eigenständige Bauweise besticht und im Detail funktional und gestalterisch überzeugt.